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Wie konnten Jugendliche im Osten in eine Identitätskrise geraten, welche sie zum Rechtsextremismus treibt?

rechtsextremismus
von Michael Panse

Frage von Remo: Wie konnten Jugendliche im Osten in eine Identitätskrise geraten, welche sie zum Rechtsextremismus treibt?
Mir ist aufgefallen, dass viele junge Leute im Osten eine Identitätskrise haben und sich dann aus Verzweiflung und aus Mangel an Alternativen am Rechtsextremismus orientieren, weil dieser einfach strukturiert ist.

Wieso ist es ihnen nicht möglich, sich für etwas komplexere Lebensformen zu entscheiden und Begriffe wie Autonomie kaum umsetzen können?
@MiBo: Du solltest die Frage vielleicht noch mal lesen. Ich habe nicht von “alle im Osten” geredet.
Lies die Fragen demnächst besser.
DU bist gerade diejenige, die verallgemeinert.
Ich hab eine klare Frage gestellt und du unterstellst mir etwas, was in der Frage nicht steht.

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Beste Antwort:

Answer by matthiasgschreiber
Einfach, nie etwas von einer freiheitlichen Grundordnung mitwerlebt und von den Eltern nur Erfahrungen aus dem dritten reich tradiert bekommen.

Die haben halt das Gute, das Begeisternde, das Wirtschaftswunder hier nie miterlebt und können jetzt auch nur schwer daran partizipieren.

Hier die Leute sind sehr resistent gegen ganz rechts, weil sie wissen, was sie an der freiheitlichen Grundordnung haben.

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6 Kommentare zu “Wie konnten Jugendliche im Osten in eine Identitätskrise geraten, welche sie zum Rechtsextremismus treibt?”

  1. MiBo schreibt:

    Jetzt geht das wieder los. Ist jetzt wieder jeder im Osten rechts oder was?
    Du machst es Dir aber ziemlich einfach. Sieh Dich mal richtig um. Die gibts doch überall.

    @Andreas
    Ja ok Du hast geschrieben viele Jugendliche im Osten. Warum aber nicht viele Jugendliche in Deutschland?
    Mich ärgert einfach nur, daß es immer auf den Osten bezogen wird.
    Sorry, wenn ich Dir auf den Schlips getreten bin. War keine Absicht.

    @Hannes
    Du willst uns doch nicht allen Ernstes erzählen, daß die Jugend im Osten ohne Werte aufwächst?

    @mini und @coolcat2…
    Danke. Ich glaub ihr habt das richtig beschrieben.

  2. mini schreibt:

    An @Andreas: Es ist leider auch für DDR- freundlich gesinnte Menschen erkenntlich, daß sich seit der Wende der Rechtsextremismus im deutschen Osten direkter und brutaler zeigt. Ich habe aber auch keine andere Erklärung dafür, als die Tatsache, daß der allseits gefeierte Antifaschismus wohl irgendwann zur “Politvokalbel” verkam und nicht mehr mit der eigenen Geschichte in Verbindung gebracht wurde. Gleichzeitig fehlte die freie “Auswahl” diverser Gesellschaftsformen und damit die Möglichkeit, Fehler machen zu dürfen. Da ein Mensch sich selber in der Regel genau dabei findet: auswählen und lernen, war, bzw. ist es wohl tatsächlich eine Art Identitätskriese speziell junger Menschen. Denn aus der Vergangenheit haben sie nur “deutsch” übrigbehalten, was die vielen Mitläufer erklären würde. Alles andere, was diesen Staat und seine Menschen ausmachte, ist leider seinerzeit vom Westen rücksichtslos, ohne zu differenzieren oder nachzudenken, plattgewalzt und niedergemacht, schlicht vernichtet worden. Für meinen Teil hat der Westen hier eine Mitschuld zu tragen. Ist sicher nicht die ganze Wahrheit, aber vielleicht ein Stück davon. /KG

  3. coolcat2307 schreibt:

    Dahin hat sie die Politik getrieben! Am Anfang wurde ei!ne Jugendeinrichtung nach der anderen geschlossen. Dabei wurden ihre Eltern alle – nach und nach – arbeitslos. Bei der Wende waren alle noch super euphorisch. Das Schlaraffenland war in sichtbare Nähe gekommen. Es wurde gekauft, was der Geldbeutel hergab, bzw. wurden einem die Kreditangebote nur so um die Ohren gehauen. Dann kam die Ernüchterung. Kündigung, Arbeitslosigkeit, Schulden, etc. Irgendwann waren sämtliche Perspektiven weg. Nach der Schule – keine Lehrstelle. Jugendheime wurden geschlossen, es gab keine Orte mehr, die Angebote für Jugendliche hatten. Die Eltern saßen zu Hause rum, keine Kohle, nur Frust. Es war abzusehen, egal, mit welchem Superzeugnis man die Schule verläßt, keine Chance auf Lehrstellen, Jobs, etc. Irgendwann haben sie es nicht verstanden, warum ausländische Mitbürger Arbeit oder einen eigenen Laden hatten. Darauf haben sie sich dann gestürzt und diese zum Prügelknaben ernannt.

    Wenn dann Leute auftauchen, die ihnen in dieser Beziehung Recht geben und sie puschen, ist es doch fast logisch, dass sie darauf anspringen und das glauben. Sie suchen jemanden, der Schuld daran trägt. Das ist eigentlich ganz simpel und bis zu einem gewissen Punkt auch nachvollziehbar. Ohne jegliche Perspektive auf ein normales Leben mit Arbeit, Anerkennung, Einkommen, etc., fühlen sie sich einfach hilflos und schlagen sozusagen um sich herum. Ist aber scheinbar politisch so gewollt, denn sonst hätten doch die Politiker etwas für die Jugendlichen getan. Die Einrichtungen schließen, die jungen Leute im “Regenstehenlassen” und zu Sozialfällen, bzw. Hartz IV-Empfängern auf Generationen zu machen, dürfte wohl nicht die Lösung sein, etwas gegen Rechtsextremismus zu unternehmen. Ist zwar den Politikern scheißegal, aber nach jeder Wahl geht dann das Gequicke los, wie diese Stimmenverteilung nun wohl zustande gekommen ist!!! Die Politiker verstehen das dann überhaupt nicht. Viele Leute können das mittlerweile aber nachvollziehen. Man muß es nicht gutheißen, aber nachvollziehbar ist es doch schon, oder???

  4. kaffeeanbietenabernichtgeben schreibt:

    @ Mökus: Rechstextremismus gab es im osten auch zu erichs zeiten, es wurde nur nicht durch die Medien breitgetratscht. Erst nach der wende kam viel ans licht.

  5. Hannes schreibt:

    Wer keine Werte als Kind vermittelt bekommen hat, sondern nur eine Ideologie, zerbricht förmlich am Untergang der Ideologie; Die nächste Ideologie wird dann ungefragt angenommen, die am lautesten geschrien wird.
    Die nötige Reife zur eigenen Entwicklung von Werten wird dann mit viel bitterer Erfahrung erlangt.
    Darum ist eine Wertevermittelung durch die Eltern so wichtig für Heranwachsende, auch wenn sich die Jugendlichen danach ihre eigene Meinung bilden und ihre eigenen Werte entwickeln.

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